Oktober 2026
Andrea Dip
Im Namen des Herrn
Leuchtturm Brasilien: Der Vormarch der evangelikalen Rechten
Ins Deutsche übertragen von Alrik Schubotz
Mit einem Vorwort von Niklas Franzen
Paperback, 181 Seiten, € 17,90 [D]
ISBN 978-3-89438-884-3
Nirgendwo stieg die evangelikale Rechte derart erfolgreich auf wie in Brasilien. Sie verhalf einem Mann ins Präsidentenamt, dessen Erbe geblieben ist: Mit dem Bolsonarismus hat sich die extreme Rechte neu formiert, ihm ist die Ideologie der Evangelikalen eingeschrieben. Diese verfolgen, gepaart mit sozialen Angeboten, ein ultrakonservatives Familienbild samt Kampagnen gegen Abtreibung oder eine selbsterklärte »Gender-Ideologie«. Andrea Dip, deren Buch in Brasilien für Furore sorgte, geht dem Mosaik eines Kulturkampfes nach, der zeitgemäß ausgefochten wird: verankert in Gemeinden, flankiert von Influencern, national wie international vernetzt. Dip sprach mit Führungsfiguren der evangelikalen Kirchen, besuchte ihre Gottesdienste und verfolgte Parlamentsdebatten. »Ihr Buch«, so der Brasilienkenner Niklas Franzen in einem Vorwort dieser Auflage, »erzählt nicht aus sicherer Distanz, es führt mitten hinein in das Netz des christlichen Fundamentalismus.« Wenngleich der Bocksgesang der evangelikalen Rechte in Brasilien lauter ist als anderswo: Angesichts ihres steigenden Einflusses auch in Deutschland liest sich das Buch als Warnsignal.
Andrea Dip, in Brasilien für die Nachrichtenagentur Agência Pública tätig, engagiert sich bei Research Against Global Authoritarianism (ReGA). Vielfach für investigativen Journalismus ausgezeichnet, lebt sie seit 2022 in Berlin, u.a. als Visiting Scholar an der Freien Universität.

