16.7.2024 (Frankfurt am Main) – Ulrich Schneider zu »Arbeiterwiderstand im Dritten Reich«

Arbeiterwiderstand im Dritten Reich

Ein »vergessenes Kapitel« bundesdeutscher Erinnerung?

Buchvorstellung und Diskussion mit Dr. Ulrich Schneider

Frankfurt am Main
Di., 16. Juli 2024 – 18.30 Uhr
DGB-Haus (Willi-Richter-Saal), Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Frankfurt am Main
Veranstalter: Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, DGB Frankfurt, Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) Frankfurt

Zum Vortrag
Wenn in der bundesdeutschen Geschichtsschreibung an den Widerstand erinnert wurde, dann meinte man damit vor allem die Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli oder den studentischen Widerstand um die ›Weiße Rose‹.
Doch es waren zuallererst Frauen und Männer aus der Arbeiterbewegung, die sich dem Regime entgegenstellten. Deren Geschichte auch für heute lebendig zu halten, ist eine Aufgabe antifaschistischer Erinnerungsarbeit. Es geht um den Kampf gegen den aufkommenden Faschismus, wobei die Spaltung der Arbeiterbewegung deren Kräfte behinderte. Man half Verfolgten bei der Flucht, knüpfte Netzwerke oder klärte mit Flugblättern auf. Im Exil wurden Analysen zum Faschismus weiterentwickelt und ein antifaschistisch-demokratisches Deutschland für die Zeit nach der Befreiung geplant. Ulrich Schneider stellt an diesem Abend sein neues Buch „Arbeiterwiderstand im Dritten Reich“ vor und diskutiert über erinnerungspolitische Konsequenzen.

Zum Buch
Der Blick auf das NS-Regime wird heute fokussiert auf die ›rassische‹ Verfolgung. Dabei wird der antifaschistische Widerstand, den Frauen und Männer oftmals unter Einsatz ihres Lebens leisteten, zunehmend übersehen. In der bundesdeutschen Geschichtsschreibung gedachte man lange Zeit vor allem der Wehrmachtsoffiziere des 20. Juli oder des studentischen Widerstands um die ›Weiße Rose‹. Doch waren es zuallererst Angehörige der Arbeiterbewegung, die sich dem Regime entgegenstellten. Deren Geschichte behandelt das Buch. Es geht um den Kampf gegen den aufkommenden Faschismus, wobei die Spaltung der Arbeiterbewegung deren Kräfte behinderte. Mit der Etablierung des NS-Regimes begann man, Verfolgten bei der Flucht zu helfen, Netzwerke aufzubauen, mit Flugblättern aufzuklären und eine antifaschistische Praxis unter den Bedingungen der Illegalität zu entwickeln. Während des Krieges bildeten sich neben den bisherigen Gruppierungen auch parteiübergreifende. Im Exil entwickelten Sozialdemokraten und Kommunisten ihre Analysen zum Faschismus weiter und entwarfen Pläne für ein antifaschistisch-­demokratisches Deutschland für die Zeit nach der Befreiung.

Ulrich Schneider, Dr. phil., *1954, Historiker, ­Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) sowie Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Zahlreiche Buchpublikationen.

Ulrich Schneider
Arbeiterwiderstand im Dritten Reich
Basiswissen Politik/Geschichte/Ökonomie
Pocketformat, 127 Seiten, 12,00 €
ISBN 978-3-89438-828-7

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