Losurdo - Kampf um die Geschichte

Domenico Losurdo
Kampf um die Geschichte
Der historische Revisionismus und seine Mythen – Nolte, Furet und die anderen
2., verbesserte Auflage,
Neue Kleine Bibliothek 120, 304 Seiten
EUR 17,90 [D] / EUR 18,50 [A] / SFR 32,00

ISBN 978-3-89438-365-7

erschienen im Mai 2007

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Domenico Losurdo
*1941, Professor für Philosophie an der Universität Urbino. Von seinen zahlreichen Büchern sind auf Deutsch u.a. erschienen: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland – Heidegger und die Kriegsideologie; Hegel und die Freiheit der Modernen; Der Marxismus Antonio Gramscis. Zuletzt erschien auf deutsch bei PapyRossa: »Demokratie oder Bonapartismus«, Köln 2008.

Der historische Revisionismus und seine Mythen
Dem westlichen Sieg im Kalten Krieg folgte der Sieg des »historischen Revisionismus« in der Geschichtsbetrachtung. Diese Strömung verbindet sich mit Namen wie François Furet, Andreas Hillgruber, Ernst Nolte oder Carl Schmitt. Sie dämonisiert die Revolution von 1789 nicht weniger als die von 1917, verklärt den »liberalen Westen« und verdrängt dessen koloniale Tradition. Das gilt für die Gräuel an den Kolonialvölkern und die den »minderwertigen Rassen« auferlegte Zwangsarbeit ebenso wie für den Wettlauf der kolonialen Großmächte und die beiden Weltkriege. Rätselhaft bleiben aber auch der Nazismus, der diese Tradition noch radikalisierte, und der Völkermord an den Juden, die von Hitler beschuldigt wurden, Drahtzieher der Oktoberrevolution und des antikolonialen Aufbegehrens zu sein. Indem er die koloniale Tradition zum Ausgangspunkt macht, gelingt Domenico Losurdo eine originelle Re-Interpretation der neueren Geschichte und eine prägnante Kritik von Geschichtsbild und Grundbegriffen der modernen Anti-Aufklärung.

»Losurdos Plädoyer ist leidenschaftlich, ergreifend, wissensträchtig, stilistisch glänzend und hinreißend – erschreckend« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Rezension in »junge Welt«, 13.09.2007
Losurdos »Kampf um die Geschichte« ist ein wichtiges Buch für die Linke, da es sich nicht mit vorschnellen Urteilen über die Bilanz des Sozialismus, gefällt unter Verwendung eines generalisierenden Verdikts des Stalinismus, zufriedengibt. Angesichts des 90. Jahrestags der russischen Revolution liefert es vielmehr einen unverzichtbaren Beitrag zur Diskussion über das geschichtliche Wirken des Roten Oktobers, ist es doch an der Zeit, daß sich die Linke klar darüber wird, was da wirklich vor neun Jahrzehnten begann. Losurdos Buch bietet für diese Diskussion eine gute Grundlage.
(Andreas Wehr)

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