Losurdo: Demokratie  oder Bonapartismus

Domenico Losurdo
Demokratie oder Bonapartismus
Triumph und Niedergang des allgemeinen Wahlrechts
Neue Kleine Bibliothek Nr. 128
411 Seiten

EUR 19,90 [D]; EUR 20,50 [A]; SFR 35,90

ISBN 978-3-89438-385-5

erschienen im März 2008

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Domenico Losurdo,
Professor Dr. phil., * 1941. Lehrt Philosophie an der Universität Urbino. Veröffentlichte zuletzt bei PapyRossa: »Kampf um die Geschichte – Der historische Revisionismus und seine Mythen«. Von seinen zahlreichen Büchern sind außerdem auf Deutsch u.a. erschienen: »Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland – Heidegger und die Kriegsideologie«; »Hegel und die Freiheit der Modernen«; »Der Marxismus Antonio Gramscis«.

Kaum war im 19. Jahrhundert gegen den Widerstand konservativer und liberaler Eliten das allgemeine Wahlrecht errungen, begann auch schon dessen Aushöhlung, um es auf bloße Akklamation der einsamen Entscheidungen eines mit allumfassender Macht ausgestatteten Führers durch eine atomisierte Masse zu reduzieren. Erstmals in Frankreich installiert, wird ein solches Regime seit Napoleon III. als Bonapartismus bezeichnet. Es hat seither einen komplexen historischen Prozess durchlaufen und inzwischen eine moderne Form angenommen. Dank des gigantischen Konzentrationsprozesses der Massenmedien beraubt ein solches System die subalternen Klassen ihrer autonomen Interessenartikulation und beschränkt die »Demokratie« auf den Konkurrenzkampf rivalisierender Einzelpersonen, von denen sich dann eine charismatische Figur als Führer der Nation abheben kann. Die USA sind das wichtigste Experimentierfeld für diesen modernen Bonapartismus, der aber auch in Italien schon erprobt wurde und sich zur Regierungsform unserer Zeit verallgemeinern will.

Inhaltsverzeichnis (Download)
Rezension in der »jungen Welt«


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